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Vortrag: Farmschulen in Uganda - der Weg in die Selbständigkeit

 

 

Zunächst berichtete Herr Nissen vom Freundeskreis Kindernothilfe Angeln über die Organisation Kindernothilfe, unter deren Dach das Projekt Farmschulen angesiedelt ist. Sie wurde 1959 aus Gründen der christlichen Nächstenliebe gegründet und begann mit einer Patenschaft für fünf Kinder, deren Förderung von einem Missionar vor Ort organisiert wurde. Heute werden 2,2 Millionen Kinder weltweit in vielfachen Projekten (500 Projekte in 36 Ländern) unterstützt, die ausdrücklich darauf ausgerichtet sind, nachhaltig zu wirken, quasi als Hilfe zur Selbsthilfe. Die Organisation finanziert sich ausschließlich aus Spenden und ehrenamtlicher Arbeit.

Die Gruppe Angeln fördert also das Farmschulprojekt, indem sie z. B. Spenden generiert, auch Besuche vor Ort werden dokumentiert und die Erfolge des Projekts bekannt gemacht. Durch den intensiven Kontakt mit den afrikanischen Partnern entsteht eine hohe Transparenz und Sicherheit, dass die Spenden auch ankommen. Partner der Farmschulprojekte in Süd-Uganda ist die Kitovu-Organisation, die sich um „climate smart farming“ und „post harvestinfrastructure“ kümmert und so das nötige landwirtschaftliche Knowhow vermitteln kann. Das Projekt ist so aufgebaut, dass Gruppen von etwa 15 Jugendlichen ab 15 Jahren drei Jahre lang eine Art Ausbildung genießen, die sie befähigen soll, die heimische Farm effektiv und selbständig zu führen. Eine Grundschulbildung ist allerdings Voraussetzung. Die Gruppe trifft sich einmal wöchentlich, ab dem zweiten Jahr arbeiten die Jugendlichen schon selbständig und wenden das Gelernte auf unterschiedliche Weise zu Hause an. Es geht um die Vorbereitung des Bodens, die Auswahl der Feldfrüchte, die Dünge- und Bewässerungsmethoden (Anlegen einer Kompostgrube, einer Zisterne, Ansetzen von natürlichen Spritzmitteln), Sonnen- oder Nässeschutz, Tierzucht usw. Es werden nur die vor Ort vorhandenen Möglichkeiten genutzt. Daneben lernen sie die Möglichkeiten der Vermarktung sowie die Bedeutung der Hygiene. Da die Gruppe über einen kleinen Geldbetrag verfügt, müssen sie ein Bankkonto eröffnen und Bankgeschäfte selbständig tätigen. Jeder hat in der Gruppe eine bestimmte Aufgabe, z. B. Sprecher, Kassenführer, Protokollführer, Bote usw. Über die Landwirtschaft hinaus wird auch die Herstellung von Gegenständen aus Naturprodukten gefördert, eine weitere Möglichkeit des Geldverdienens. All dies wird in der Gruppe durchgeführt und dokumentiert, führt zu großer Kreativität und neuen Ideen, wie Herr Nissen anhand von Beispielen und Bildern zeigt. Nach drei Jahren endet die Begleitung durch die Organisationen, dann bleiben die Gruppen trotzdem noch jahrelang in regelmäßigem Kontakt und tauschen sich aus. Hier werden also gute Voraussetzungen geschaffen, dass die Menschen eigenständig, unabhängig und erfolgreich leben und arbeiten können.

Die Nachhaltigkeit besteht darin, dass die Ausgebildeten ihr Wissen direkt an ihre Familien und in ihren Dörfern weitergeben und so als Multiplikatoren wirken. Insgesamt hatten wir den Eindruck, dass dies eine sehr wirksame und erfolgreiche Entwicklungshilfe darstellt. Herr Nissen erhielt dann eine Spende für die Arbeit.  

 

Bericht: Uschi Hübner

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Veröffentlichung

Di, 12. Mai 2026

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