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Gewürze – Drogen des Orients

Gewürze – Drogen des Orients

Referent: Reinhard Laszig

 

Für mich persönlich lieferte der Vortrag hinsichtlich einer Unklarheit, mit der ich seit 70 Jahren lebe, endlich eine Erkenntnis. Der Text des Schlafliedes „Guten Abend, gute Nacht“ lautet an einer Stelle „mit Rosen bedacht, mit Näglein besteckt, schlüpf unter die Deck‘“. Meine Vorstellung war lange vage, welche Funktion die Nägel mit den Rosen auf dem Bett wohl haben könnten. Nun weiß ich, dass Näglein auch die Gewürznelken genannt werden und der Text ergibt endlich einen Sinn!

Herr Laszig gab uns einen interessanten Überblick über die Geschichte und Herkunft der Gewürze, der Mythen um sie herum und ihre Wirkungsweisen im Einzelnen. 

Die ältesten, bereits um 5000 v. Chr. nachgewiesenen Substanzen sind Kardamom, Kümmel und Dill. Zunächst wurden sie aus Geschmacksgründen verwendet, im Mittelalter um ein Vielfaches mehr als heute, denn die Salzgewinnung wurde erst später entdeckt. Erst im Laufe der Zeit entdeckte man ihre Wirkungen. Die meisten Gewürze kamen von weit her, hauptsächlich aus Südostasien und Südamerika. Daher waren sie sehr teuer und standen nur der jeweiligen Oberschicht zur Verfügung. Beispielsweise war 1 Pfd. Safran so viel wert wie ein Pferd, 2 Pfd Muskat kosteten eine Kuh und 150 kg Nelken entsprachen einem Jahresgehalt. 

Herr Laszig betonte, dass entgegen mancher Behauptungen in der Presse Gewürze nicht heilen, sondern lediglich zur Unterstützung des Wohlbefindens beitragen können, z. B. durch enthaltene Halluzinogene, die stimmungsaufhellend wirken. Dies trifft auf die weihnachtlichen Gewürze zu, die in der dunklen Jahreszeit besonders beliebt sind (Zimt, Muskat, Nelken, Kardamom, Ingwer, Anis). Andere Gewürze helfen bei der Verdauung (Kümmel, Fenchel, Kamille, Kardamom) oder werden in der Kosmetikindustrie verwendet (Ingwer, Muskatblüte, Vanille).

Zum Thema Salz erklärte Herr Laszig, dass es keinen Unterschied zwischen den Salzen unterschiedlicher Herkunft gibt außer dem Preis, Salz ist Salz. Ferner empfiehlt er, Gewürze nicht im Orient zu kaufen, da sie nicht so steril seien wie in Europa angebotene Substanzen. Und letztendlich weist er auf den Satz des Paracelsus hin: “Die Dosis macht das Gift.“, der heute noch Geltung besitzt.

 

Bericht: Uschi Hübner

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Veröffentlichung

Di, 10. Juni 2025

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