Vortrag: Als Zahnärzte auf den Kapverden
Das Ehepaar Wolfgang und Kehl hat vierzig Jahre lang eine gemeinsame Zahnarztpraxis in Plön betrieben, die sie vor 5 Jahren geschlossen haben. Seitdem sind sie in der Organisation „dentists without limits“aktiv, Herr Dr. Kehl wurde Leiter und Organisator dieser in Nürnberg ansässigen deutschen Organisation. Es gehen jeweils verschiedene Teams in verschiedene Regionen. Die Kehls sind zweimal im Jahr für mehrere Wochen auf den Kapverden tätig. Anhand von anschaulichen Fotos zeigen sie den katastrophalen Zustand der Zähne der Einheimischen und beschreiben die von ihnen zu ergreifenden Maßnahmen, die leider nur auf das Allernotwendigste beschränkt sind und darauf ausgerichtet, nach einer Behandlung möglichst lange Beschwerdefreiheit zu erreichen. In neun Arbeitstagen behandeln sie etwa 250-300 Patienten, lt. eines Statistikbeispiels haben sie in der Zeit 259 Zähne gezogen und 268 Füllungen eingebracht. Außer den Behandlungen besteht ihre Arbeit in Aufklärung und Beratung hinsichtlich Hygiene und Putztechnik. Es werden spendenfinanzierte Zahnbürsten verteilt.
Die Verhältnisse sind auf den Kapverden so, dass es erst seit wenigen Jahren Zahnbürsten in den Geschäften gibt. Die Älteren haben durch ihre früher bessere Ernährung meist bessere Zähne, aber die Kinder leiden unter der heutigen Ernährung mit viel Zucker, legendär sind auf den Kapverden die roten Kirschlollis.
Die Behandlung der Hilfsorganisation ist kostenlos, während die Patienten bei den einheimischen Ärzten einen Euro pro Behandlung zahlen müssen bei einem durchschnittlichen Monatsverdienst von 125 Euro, d. h. es werden in erster Linie die Armen behandelt.
Über die Kapverden berichtet Herr Dr. Kehl, dass die Bevölkerung 1 Million Menschen beträgt, davon lebt eine Hälfte auf den Inseln, die andere ist in aller Welt verstreut. Es herrscht Überbevölkerung, weil nicht verhütet wird. Eigene Produkte der Inselgruppe sind Kartoffeln, Süßkartoffeln, Mais und Möhren. Die Menschen sind trotz Armut sehr freundlich und glücklich, ordentlich und sauber. Das Land besteht aus 9 bewohnten Inseln und ist teilweise recht afrikanisch geprägt. Eine kilometerlange Bananenplantage wurde z. B. von China gekauft, die Fischereirechte im Gebiet der Kapverden hat die Europäische Union gekauft.
Insgesamt waren es interessante Informationen, die uns dargeboten wurden und die Kehls sind in ihrem Engagement unermüdlich.
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