Halbtagesfahrt: Meierhof Möllgaard in Hohenlockstedt
Die Landfrauen erleben Buttern und Käsen hautnah
Ziel der zweiten Halbtagesfahrt dieses Jahres war der Meierhof Möllgaard in Hohenlockstedt. Der Seniorchef des Betriebs (83) begrüßte uns herzlich zum „Schau-Käsen“. Er hatte 1959 als Meiereigehilfe angefangen, die heutigen Fachleute dürfen sich Milchtechnologen nennen. Herr Möllgaard erläuterte uns die Idee der „Käsestraße“, in der sich kleine, handwerklich arbeitende Käsereien zu einem gemeinsamen Marketing zusammengeschlossen haben. Es folgte eine Verkostung von mehreren Käsesorten, bevor mit der eigentlichen Vorführung begonnen wurde.
Zuerst probierten wir die Rohmilch aus der Region und verglichen sie mit Vollmilch aus dem Laden. Bei einer warmen Temperatur wurde die Rohmilch mit dem Enzym Lab einige Zeit stehen gelassen, bis sie eine puddingartige Konsistenz bekam. Während der Wartezeit wurden wir mit Informationen über die verschiedenen Käsesorten, Bakterienkulturen, Reifeprozesse usw. bombardiert. Für 1 kg Käse benötigt man etwa 10 l Milch. Die genaue Herkunft der Milch steht kleingedruckt auf jeder Packung, z. B. SH 19 (Schleswig-Holstein, Nr. der Meierei) oder SN 18 (Sachsen, Nr. der Meierei). Interessant war, dass die sogenannte Weidemilch eine Mogelpackung ist. Entgegen der Erwartung des Verbrauchers müssen die Kühe nur wenige Monate auf der Weide verbringen und der erforderliche Anteil ihrer Milch ist nur gering, um sie als Weidemilch deklarieren zu dürfen.
Da unsere angesetzte Milch noch immer nicht zur Weiterverarbeitung bereit war, wendeten wir uns erstmal dem Buttern zu. Jeder Tisch erhielt als „Butterfass“ eine Flasche mit Schlagsahne, die wir abwechselnd eine Viertelstunde ruckartig schütteln sollten, natürlich nicht, ohne weiter mit Informationen versorgt zu werden. Nach Ablauf dieser Zeit hatte sich tatsächlich in jedem Butterfass ein Klumpen Butter gebildet, den wir sofort auf einem Weißbrot probieren konnten. Ebenso kosteten wir die abgeseihte Buttermilch, die sich kaum von Milch unterschied, weil die sonst für Sauerrahmbutter verwendeten Milchsäurebakterien fehlten (Süßrahmbutter).
Nun wendeten wir uns wieder dem Käseansatz zu, der inzwischen noch fester geworden war und von Herrn Möllgaard längs und quer mit einer „Käseharfe“ in Scheiben geteilt wurde. Dadurch kann Sauerstoff in die Schnittstellen dringen und die Molke setzt sich besser von der festen Masse ab. Durch ein Molkenschöpfblech wird die Molke in den Auffangbehälter abgeseiht. Die Molke enthält wertvolle Eiweiße wie Albumin und Globulin, ferner Lactose, Lactase, Vitamine und Spurenelemente, die für den menschlichen Organismus unentbehrlich sind. Der im Sieb verbliebene Käsebruch schmeckte uns auf Brot dann gut, er hatte Ähnlichkeit mit einem milden Mozzarella. Die weiteren Schritte der Käseherstellung wie Beifügung von Gewürzen, Salzlakebad und Reifeprozess führen dann zu den verschiedenen Käsesorten. Nach über zwei Stunden Input konnten wir uns mit Kaffee und Käsebrötchen stärken, bevor die Teilnehmerinnen ausgiebig an der Käsetheke einkauften. Die wohlklingenden Namen der zahlreichen Käsesorten, die mit Fotos ergänzt sind, kann man auf der Homepage des Meierhofs Möllgaard nachlesen: https://meierhof-moellgaard.de.
Obwohl sicher die meisten Damen eine grundsätzliche Vorstellung von der Käseherstellung hatten, war es doch ein hochinteressanter und unterhaltsamer Nachmittag. Für die Besichtigung der zahlreichen alten Meierei-Gerätschaften, die überall im Raum verteilt waren, blieben leider keine Zeit und keine Energie mehr.
Bericht: Uschi Hübner
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2026-08-11_Meierhof_HoLo (DI, 11. August 2026)












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