Vortragstermin im Februar

 

Das erwartete Referentenpaar war leider kurzfristig erkrankt und innerhalb von zwei Tagen die Suche nach Ersatz erfolgreich. Die Bordesholmer Filmemacherin Elsabe Gläßel zeigte ihren Film „Langes Eisen“, der in Form einer kleinen Reise zahlreiche bemerkenswerte Arbeiten des Schmiedemeisters und Kunstschmieds Kurt Lange zeigt. Daneben gibt es Aufnahmen direkt vor dem glühend heißen Schmiedefeuer, die die Mitarbeiter in Aktion zeigen. Die schweren Schmiedehämmer donnern auf das glühende Eisen, ein anstrengendes Handwerk.

Kurt Lange begann mit einer Werkstatt in der Hamburger Chaussee in Kiel (die heute noch, geführt von seinem Sohn Max, existiert), bevor er vor Jahrzehnten eine neue Wirkungsstätte in Schloss Bredeneek aufbaute. Viele seiner Arbeiten entstanden im Zusammenwirken mit der schleswig-holsteinischen Denkmalpflege. Ob es nun galt, ein historisches Eigengeländer bei der „Karstadt-Villa“ zu restaurieren, den Anker der Hansekogge nach alter Art herzustellen oder das luftige Dach des Pavillons im Alten Botanischen Garten (hier in Zusammenarbeit mit seiner Frau, der Künstlerin Isabel Lange) neu zu gestalten – Kurt Lange war immer die richtige Adresse. Im historischen Leuchtturm Kiel-Holtenau konnte er ein 130 Jahre altes Türschloss (mit Ölleitung) wieder nutzbar machen. Das Meisterstück jedoch war die Wiederherstellung der Laves-Brücke beim Gut Salzau, die erst vor einigen Jahren wiederentdeckt worden ist und ein wirkliches architektonisches Schmuckstück darstellt. Laves war damals (1838) ein berühmter Architekt, der eine bestimmte Brückentechnik erfunden hat. Der Film zeigt die ganze Geschichte vom Bergen der Brückenruine über die Arbeiten in Langes Werkstatt bis zur Fertigstellung; der schwierige Transport wurde dokumentiert sowie das Einsetzen der Brücke mittels eines großen Krans in die vorbereiteten Halterungen. Sehr beeindruckend!

Ein weiteres Projekt waren Arbeiten am Flandernbunker, wobei Kurt Lange hier im Förderverein aktives Mitglied ist. Weitere Aktionen waren z. B. die Wiederherstellung eines alten Taufbeckens, von dem lediglich noch Trümmer vorhanden waren. Nach dem Studium alter Materialien und Quellen konnte die ursprüngliche Form festgestellt werden. Bei der Sanierung des Plöner Schlosses war es Langes Aufgabe, Zierornamente zu restaurieren. Zahlreiche Arbeiten an Kirchentüren, ein Altar und unzählige Gitter, Tore, Zäune und andere Objekte in vielfältigen Stilrichtungen vervollständigten die Aufreihung des – man muss fast sagen: Lebenswerkes Kurt Langes, wobei er sich wahrscheinlich durchaus noch nicht im Ruhestand befindet. Die gelegentlich sichtbaren luftigen Frauenfiguren von Isabel Lange ergänzten die schönen Bilder aufs Beste.

Unser Publikum war durchweg begeistert, der Film gefiel nicht nur durch sein hochinteressantes Thema, sondern auch durch die gelungene Gesamtkomposition, die durchdachte Kameraführung und den Schnitt, wobei die Schönheit der Natur im Zusammenklang mit der Kunst ebenfalls in vielen Nuancen wunderbar durchschimmerte.

 

Bericht: Uschi Hübner

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Veröffentlichung

Di, 10. Februar 2026

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