Einmal um die Welt bitte – eine Reise um die Welt
Siggi und Brian Hopgood erzählen zunächst, dass sie durch einen Film „Einmal um die Welt“ auf die Idee zu ihrer Reise gekommen sind. Sie konnten ein Jahr unbezahlten Urlaub nehmen und wählten die Route Neuseeland – Australien – Kanada – USA. Viele Vorkehrungen waren zu treffen, wenn man ein Jahr lang nicht zu Hause ist – sowohl in der Heimat als auch für die Reise. Erwähnenswert ist noch, dass Frau Hopgood vor diesem Zeitpunkt nicht Fahrrad gefahren ist und erst nach dem Reiseentschluss mit einem E-Bike gelernt hat. Für die Reise jedoch musste ein einfaches Rad her.
Silvester 2017 bestiegen sie das Flugzeug nach Neuseeland mit gut verpackten Fahrrädern, Zelt und Zubehör sowie mehreren Satteltaschen. Aus der kalten Jahreszeit heraus stiegen sie in Neuseeland im Hochsommer bei 30° aus. Um sich nicht zu überfordern, stellten sie eine Pausenroutine auf und legten regelmäßig Ruhetage ein. Die Südinsel stellte sie durch bergige Strecken vor eine Herausforderung und die schwer bepackten Fahrräder wurden manches Mal geschoben. Die Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln musste gut geplant werden, denn es gab einsame Gegenden, die tagelang keine Einkaufsmöglichkeit boten.
Weitere Erholungspausen legten sie beim House-Sitting ein. Hierbei wohnten sie während der Abwesenheit der Eigentümer kostenlos in deren Haus und hatten die Aufgabe, die Haustiere zu betreuen. Nach wochenlangem Schlafen im Zelt (Größe 2m x 1,40m) hatten sie dann für einige Tage den Komfort richtiger Betten und Sanitäranlagen.
Sie durchquerten die Südinsel, teils mit Mietwagen, Fähre und Zug auch die Nordinsel bis hin zu dem 90 Meilen langen Strand im Norden. Ende März flogen sie nach Australien und fuhren dort acht Wochen lang durch den südwestlichen Teil des Landes.
Der nächste Flug brachte sie nach Vancouver, Kanada. Teilweise führten die Wege dort durch Bärengebiet, wofür die Hopgoods besondere Verhaltensmaßregeln erhalten hatten: viel Lärm machen, singen, pfeifen, klingeln, klappern, dann würden die Bären sich fernhalten. Über die Grenze zu den USA fuhren sie mit dem Zug. Die dortigen Radwege – südwärts entlang der Westküste – hatten eine andere Qualität und waren breit und gut befahrbar. Auch die Campingplätze (Hiker-Biker-Plätze) garantierten einen Übernachtungsplatz und Feuerstellen an landschaftlich reizvollen Orten.
In San Franzisco angekommen verkauften die Hopgoods ihre Fahrräder und besuchten per Auto einen Teil der Ostküste, von wo aus sie nach Europa zurückkehrten (Portugal, Schottland zu Besuch bei Brians Verwandten). Am 10. November trafen sie wieder zu Hause ein.
Neben den beeindruckenden Landschaftsaufnahmen erhielten wir einen Eindruck von den Schwierigkeiten und den im Zuge so einer Unternehmung auftretenden Problematiken: z. B. die Belastung durch die lange Trennung von der Familie und anderen nahestehenden Personen, die notwendige Disziplin bei den täglichen Verrichtungen (Zeltauf- und -abbau, Nahrungsbeschaffung), mentales und körperliches Durchhaltevermögen.
Sehr positiv vermerkten die Hopgoods die außerordentliche Hilfsbereitschaft der Menschen unterwegs, z. B. haben Wildfremde sie spontan zum Essen oder auch zum Duschen oder Übernachten in ihr Haus eingeladen. Und schlussendlich hatten sie das große Glück, über die ganze Zeit hinweg nicht einen Tag krank zu sein.
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2025-10-14_Radtour (DI, 14. Oktober 2025)


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