Besuch des privaten Museums Gnutz
Die Landfrauen reisen in die Vergangenheit
Besuch des privaten Museums Gnutz und Führung durch Herrn von Puttkamer unter besonderer Berücksichtigung der Mausefallen-Sammlung
Das Privatmuseum Karl von Puttkamers in Gnutz befindet sich in mehreren großen Räumen eines ehemaligen Kuhstalls. Die Ausstellungsstücke umfassen das gesamte frühere Leben in Haus, Garten, Landwirtschaft und Handwerk. Es wäre müßig, hier Beispiele nennen zu wollen, die Vielfalt der über 1000 Exponate muss man selbst gesehen haben. Dazu findet sich auf der Internetseite des Museums: museum-gnutz.de reichhaltiges Anschauungsmaterial, nach dessen Ansicht man einen ungefähren Eindruck erhält. Über eine „Hühnerleiter“ betraten wir die Sammlungsräume, die proppenvoll mit Dingen gefüllt sind, über die Herr von Puttkamer unzählige Geschichten zu erzählen hat, und konnten nur staunen.
Zur Mausefallenvorführung hatte Herr von Puttkamer im Garten Tische aufgebaut, auf denen beim ersten Hinsehen sehr ominöse und merkwürdige, kleine und größere Gerätschaften aufgebaut waren: alles Mausefallen! Wo Menschen sind, gibt es auch Mäuse, begann er zu erzählen, und man unterscheidet zwischen Lebendfallen und Tötungsfallen. Die Lebendfallen zeichnen sich dadurch aus, dass die Mäuse auf dem Weg zum Köder in einen Raum gelangen, ihnen dann aber der Rückweg hinaus versperrt ist. In launigen Worten beschreibt Herr von Puttkamer, wie eine Lebend-Entsorgung der Maus aussehen könnte, welchem Nachbarn man sie vor die Tür setzen möchte. Viele Fallen haben eine Wippe, die durch Gewichtsverlagerung, wenn die Maus sie betritt, kippt und dadurch ein Verschließen der Falle auslöst. Offenbar hat man früher eine Menge kreativer Energie in die Erfindung von Mausefallen-Konstruktionen gesteckt. Z. B. lernten wir die Bender’sche Wasserfalle kennen, in der die Maus durch eine Falltür auf eine Wippe fällt und dann ins Wasser. Strombetriebene Fallen löschen das Mäuseleben aus, indem auf dem Weg zum Köder zwei Metallplatten berührt werden müssen. Für Ratten sind die Apparaturen entsprechend größer und die Stromzufuhr hat Elektroschockerqualität. Ein Mausoleum genanntes Modell besteht aus einem gläsernen Kasten, der durch eine Reuse betreten wird und einen freien Blick auf die gefangenen Mäuse ermöglicht. Weitere exotisch anmutende Fallen sind: Brasilianische Nagelbrettfalle, der Name spricht für sich. Irische Würgefalle: hier legt sich ein Ring um den Mäusehals, der hochgezogen wird, wenn der Kopf drinsteckt. Dieses Exemplar gibt es für eine bis zu sieben Mäusen, die gleichzeitig den Hals in die Schlinge stecken können. Es gibt Fallen, in denen Schwarzpulver mit Zündhütchen explodiert, wenn ein entsprechender Impuls durch die Maus ausgelöst wird. Holzklötze sausen auf das Mausopfer herab. Einige Fallen funktionierten nach den Prinzip eines Wasserrads oder einer Holzmühle, die sich dreht; wenn die Maus in ein Fach tritt, wird sie damit ins Jenseits befördert. Der Phantasie waren offenbar keine Grenzen gesetzt und man konnte nur staunen.
Zuletzt erfahren wir noch für den Fall, dass wir eine Maus zu beseitigen haben, dass die Laufwege der Tiere immer zwischen Wand und Boden liegen, und daher dort eine Platzierung von möglichst mehreren Fallen am ehesten Erfolg verspricht.
Es war interessant zu sehen und zu hören, welch abstrus anmutende Apparaturen dem Mäusefang gewidmet waren – deren Bedeutung war früher auf den Bauernhöfen und in den Mühlen nicht zu unterschätzen, denn Mäusedreck konnte einen ganzen Sack Mehl verderben. Herr von Puttkamer war ein exzellenter Erzähler und es gab viel zu lachen, insofern war es ein interessanter und lustiger Nachmittag, der mit einem ordentlichen Stück Torte im Erlenhof, Aukrug, gekrönt wurde.
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2025-08-26_Museum_Gnutz (DI, 26. August 2025)











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