Halbtagesfahrt ins Hansemuseum, Lübeck
Die Landfrauen auf den Spuren der Hanse
Bei angenehm heller Witterung starteten 40 erwartungsfrohe Damen – Landfrauen und Gäste – mit dem bewährten Ruser-Bus in Richtung Lübeck. Dort erreichten wir das Europäische Hansemuseum, in dem das gesammelte Wissen um die Entstehung, Entwicklung und Geschichte des mächtigen mittelalterlichen Kaufmannsbunds aufgearbeitet und dargestellt ist. In zwei Gruppen eingeteilt erwanderten wir mit unseren Führerinnen die verschiedenen im Schummerlicht liegenden Räume. Mit Hilfe der modernen museumspädagogischen Mittel und Inszenierungen taucht man in die Atmosphäre der Lagerhallen, der Tuchmärkte und der Kontore ein. Große Tafeln zeigen die Routen der Handelsreisen, die quer durch Europa verliefen, und die Vielzahl von Handelsgütern mit Herkunft und Handelsziel. Das typische Handelsschiff, die Kogge, ragt in der Kulisse hoch hinauf. Es benötigte nur 11 Mann Besatzung und ein einziges Segel, so dass für die Waren und die Kaufleute ausreichend Platz vorhanden war. Ein Geistlicher war immer mit an Bord, um den himmlischen Schutz für die gefährliche Reise sicherzustellen. Die aktive Zeit der Hanse reicht vom Ende des 12. Jahrhunderts bis ins 16. Jahrhundert hinein, 1358 wurde aus dem Kaufmannsbund ein Städtebund, dem in der Blütezeit bis zu 200 Städte angehörten. Mit der Institution „Hansetag“ in Lübeck hatte sie eine eigene Gerichtsbarkeit. Herausgehoben waren die „Kontore“, Hauptniederlassungen der Hanse in Nowgorod, Bergen, London und Brügge, in denen in großem Stil Geschäfte gemacht und Waren umgeschlagen wurden. Eine Reise von Lübecker Kaufleuten nach Nowgorod dauerte etwa drei Monate für einen Weg. An der Newa mussten die Waren in kleinere Schiffe umgeladen werden, da die großen Koggen den Fluss nicht passieren konnten. Nach der beschwerlichen Reise blieb man noch einige Monate im Kontor, um neue Verträge zu schließen und sich auszutauschen, so dass man oftmals erst nach einem Jahr wieder zu Hause in Lübeck ankam. In der Ausstellung sind Beispiele der auf Tierhaut geschriebenen Handelsverträge zu sehen, die Schrift wird nach unten hin immer enger und kleiner – das Sprichwort „es geht auf keine Kuhhaut“ findet hier seinen Ursprung. Der durch den erfolgreichen Handel steigende Wohlstand der Lübecker Kaufleute gipfelte in einer regen Bautätigkeit in der Stadt. Das Lübecker „Dielenhaus“ erwies sich als geeignetes Kaufmannshaus, in dem Waren, Büro und Familiensitz unter einem Dach vereinigt waren. Dieser Haustyp ist in der Lübecker Altstadt noch heute zu finden. Er ist im Gegensatz zu den Holzhäusern ärmerer Leute aus Stein gebaut. Daher stammt ein heute noch gebräuchlicher Begriff: steinreich sein.
Mit dem Ausbruch der Pest in Europa, an der 25 Millionen Menschen starben, kamen die Handelsbeziehungen nahezu zum Erliegen, die politischen Verhältnisse änderten sich und die Hanse verlor ihre Machtstellung.
Nachdem wir wieder in der Gegenwart angekommen waren, bestiegen wir unseren Bus und fuhren nach Pronstorf zum Pronstorfer Krug, einem wunderschön gestalteten Landgasthof mit Hotel, wo wir ein gewaltiges Stück Torte serviert bekamen und unsere Eindrücke über den interessanten Museumsbesuch austauschen konnten. Insgesamt war es wieder eine schöne, unterhaltsame und informative Tour.
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Hansemuseum (DI, 11. März 2025)
Besuch Hansemuseum, Lübeck

























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